Eine junge, farbige Frau sitzt in einer Wohnung auf einem Sofa und schaut lächelnd auf ihr Handy. Neben ihr steht ein Rollkoffer, auf dessen Griff ein Sonnenhut abgelegt ist. Foto: AdobeStock

Ruhiges Gewissen im Gepäck: So wird die Wohnung urlaubssicher

Wer in den Osterurlaub fährt, sollte sich vor der Abreise Zeit für einen kurzen Wohnungscheck nehmen. Welche kleinen Fehler große Folgen haben können – und wie man böse Überraschungen vermeidet.

Beim Urlaubsstart ist es das vielleicht schönste Gefühl: Die Wohnungstür fällt ins Schloss und man weiß, dass alles sitzt. Kein Herd angelassen, kein Fenster offen, kein Zweifel. Wer sich einmal in Ruhe durch die folgenden Punkte arbeitet, kann genau so losfahren.

Kurzer Check, bevor die Tür zufällt

Wer seine Wohnung für mehrere Tage oder Wochen verlässt, sollte ein paar grundlegende Dinge erledigt haben. Manche davon schützen nicht nur die eigene Wohnung, sondern auch die Nachbarn im Haus.

Türen und Fenster schließen

Alle Türen und Fenster sorgfältig schließen. Das klingt selbstverständlich, gerät im Abreisestress aber schnell in Vergessenheit. Besonders trickreich: gekippte Fenster. Sie bieten Einbrechern eine einladende Öffnung und können bei Unwetter zu Wasserschäden in der eigenen Wohnung führen.

Strom und Wasser

Elektrische Geräte wie Fernseher, Kaffeemaschine oder Router am besten komplett vom Netz nehmen. Geräte im Standby-Betrieb können überhitzen, vor allem im Hochsommer. Der Kühlschrank läuft weiter, sollte aber ausreichend belüftet sein und keine brennbaren Materialien in unmittelbarer Nähe haben.

Rauchmelder in einer Wohnung in Berlin mit einer Familie im Hintergrund.
Rauchmelder sollten vor dem Urlaub auf Funktionsfähigkeit getestet werden. Quelle: AdobeStock/Jafree

Der Hauptwasserhahn sollte bei längerer Abwesenheit zugedreht werden: Ein geschlossenes Absperrventil verhindert, dass ein Defekt zum Wasserschaden im eigenen oder im darunterliegenden Stockwerk wird. Wer unsicher ist, welche Handgriffe erforderlich sind, kann bei den HauswartInnen nachfragen. Die kennen die Hausanlage und helfen.

Rauchmelder checken

Ein kurzer Druck auf die Prüftaste zeigt, ob der Rauchwarnmelder noch funktioniert. Feuergefährliche Materialien wie Grillanzünder, Spiritus oder Lithium-Akkus sollten sicher verstaut sein. Wichtig: nicht in Räumen mit direkter Sonneneinstrahlung.

Welche Maßnahmen den Urlaub noch ruhiger machen

Diese Punkte sind keine Pflicht, geben aber zusätzliche Sicherheit.

NachbarInnen ins Boot holen

Eine vertraute Person, die gelegentlich nach dem Rechten schaut, kann UrlauberInnen viele Sorgen nehmen. Vor der Abreise empfiehlt sich daher eine kurze Absprache mit NachbarInnen. Und: Möglichkeiten, sich für die kleine Nachbarschaftshilfe zu revanchieren, finden sich immer.

Briefkasten und Post

Ein überquellender Briefkasten ist eines der deutlichsten Signale, dass niemand zu Hause ist. Am einfachsten: jemanden aus dem direkten Umfeld bitten, den Kasten regelmäßig zu leeren. Wer eine Tageszeitung abonniert hat, kann das Abo bei den meisten Verlagen für den Urlaubszeitraum kostenlos pausieren lassen.

Ein junges Paar und eine ältere Frau lächeln bei einem Gespräch an der Wohnungstür. Foto: iStock
Vertrauensvolle Nachbarschaftshilfe kann während des Urlaubs viele Sorgen nehmen. Foto: iStock

Anwesenheit simulieren

Zeitschaltuhren für Licht sorgen dafür, dass die Wohnung bewohnt wirkt. Wer smarte Haustechnik nutzt, kann jene bequem per App steuern. Das Prinzip ist einfach und wirkungsvoll.

Küche und Haushalt

Kühlschrank und Mülleimer leeren, Verderbliches entsorgen! Das klingt banal, verhindert aber Ekelmomente bei der Rückkehr. Ein weiterer wirkungsvoller Handgriff: die Spülmaschine einen Spalt weit offen lassen, Das verhindert Schimmelbildung durch eingeschlossene Restfeuchte.

Wertsachen

Schmuck, wichtige Dokumente oder größere Bargeldmengen sollten in der Wohnung so verwahrt werden, dass sie von außen weder sichtbar noch greifbar sind. Tipp: Dokumente zusätzlich kopieren und die Kopien an anderer Stelle aufbewahren.

Was Einbrecher freut und sich leicht vermeiden lässt

Ankündigungen in sozialen Netzwerken

Einer der häufigsten Fehler: öffentliche oder halböffentliche Beiträge über die bevorstehende Reise sowie Posts direkt vom Urlaubsort. Auch wenn die Privatsphäre-Einstellungen vermeintlich gut gesetzt sind, liefern sie Hinweise auf Zeitpunkt und Dauer der Abwesenheit.

Ein verliebtes Pärchen macht ein Selfie vor dem Einsteigen in den Urlaubsflieger.
Social Media-Bilder aus dem Urlaub können wir Einbruch-Einladungen wirken. Quelle: AdobeStock/Evaldas

Briefkastenschilder

Keine gute Idee: Ein Hinweis am Briefkasten, der auf die eigene Abwesenheit und die Paket-Abgabe bei NachbarInnen verweist, ist zwar gut gemeint, aber ein klares Abwesenheitssignal. Für EinbrecherInnen kann dies einladende Wirkung haben.

Dauerhaft geschlossene Rollläden

Rollläden, die tagelang unverändert unten bleiben, wirken ebenso verräterisch wie ein überfüllter Briefkasten. Wer niemanden hat, der gelegentlich lüftet und die Rollläden bewegt, sollte sie zumindest nicht dauerhaft geschlossen halten.

Auf einen Blick: Die Urlaubs-Checkliste

    • Alle Türen und Fenster vollständig schließen – keine gekippten Fenster
    • Elektrische Geräte vom Netz trennen (Ausnahme: Kühlschrank)
    • Bei längerer Abwesenheit: Hauptwasserhahn schließen
    • Briefkasten leeren lassen, Zeitungsabo pausieren
    • Kühlschrank und Mülleimer leeren, Verderbliches entsorgen
    • Wertgegenstände und Dokumente sicher verwahren
    • NachbarIn oder Vertrauensperson informieren, Schlüssel hinterlegen
    • Rauchwarnmelder testen und Batteriestand prüfen
    • Zeitschaltuhr für Licht einrichten

    Wer die wesentlichen Punkte vor der Abreise abhakt, legt den Grundstein für eine entspannte Reise und verhindert unangenehme Überraschungen bei der Rückkehr. Schönen Urlaub!

    Titelfoto: AdobeStock

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