Aufnahme von hinten: Mehrere SchülerInnen sitzen in einer Schulklasse an ihren Tischen und schauen nach vorn. Dort ist in großen, roten Buchstaben der Begriff "Fake-Alarm" an die Wand projiziert. Foto: City-Press GmbH

Fakten gegen Fakes: MEGAfoN stärkt Medienkompetenz von Jugendlichen

Mit Unterstützung der Gewobag sensibilisiert das Bildungsprogramm SchülerInnen an der Spandauer Martin-Buber-Oberschule für die Gefahren von Fake News und Desinformation. Zur bevorstehenden Berlin-Wahl gibt es besondere Angebote.

Der Moment trifft ins Mark, die Stille unter den vielen Achtklässlerinnen und Achtklässlern spricht für sich. Nach einigen Sekunden sagt ein Junge mit Migrationshintergrund schließlich: „Das macht mir Angst.“ Vor ihm auf der großen Beamerprojektion ist ein Foto der Klimaaktivistin Luisa Neubauer vom Berliner Presseball zu sehen, in einem schwarzen Kleid mit der Aufschrift „Aus – Länder – Raus“. Ein Bild, das die SchülerInnen der Spandauer Martin-Buber-Oberschule spürbar nachdenklich macht.

Mehr Medienkompetenz für Jugendliche

Es ist eine von vielen Szenen im MEGAfoN-Workshop „Demokratie neu lernen und leben“, an dem Anfang des Jahres die gesamte achte Klassenstufe der Schule teilgenommen hat. Was auf Bitte des Workshop-Leiters folgt, ist der Griff zu den Smartphones. Rückwärtssuche, Faktencheck, Spuren im Netz verfolgen, alles mit Hilfe der zuvor installierten Verifizierungs- und Faktencheck-App „News and Facts“ von MEGAfoN. Am Ende steht die Erkenntnis: Das Bild ist manipuliert, die Botschaft erfunden.

Fake News, KI-Bilder, irritierende Videos, Gerüchte und Propaganda begegnen den Jugendlichen täglich in ihren Feeds. MEGAfoN e:ducation setzt genau hier an. Das Lehr- und Bildungsprogramm samt News-App stärkt Medien- und Digitalkompetenz, erklärt, wie Clickbait, Algorithmen und KI-Fakes wirken – und was das mit demokratischen Prozessen zu tun hat. Ein Thema, das durch die Berliner Wahlen am 20. September 2026 höchste Aktualität hat. Die Gewobag unterstützt MEGAfoN als Kooperationspartnerin, damit SchülerInnen Zugang zu diesen Lernangeboten bekommen.

MEGAfoN: Extra-Angebote zur Berlin-Wahl

Demokratie lebt vom Mitmachen, und genau das will gelernt sein. Damit junge Menschen politische Zusammenhänge verstehen und sich selbstbewusst an demokratischen Prozessen beteiligen können, ist eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den Themen „Wahlen und Teilhabe“ entscheidend.

Der gleichnamige Programmpunkt des „MEGAfoN e:ducation“-Programms unterstützt Lehrkräfte mit vielfältigen Materialien: von Grundlagenwissen und kreativen Unterrichtsideen über Wahlsimulationen und Parteien-Checks bis hin zu Debattenformaten und der kritischen Einordnung von Wahl-O-Mat-Angeboten.

Im Mittelpunkt steht dabei ein klares Ziel: Jugendliche sollen sich unabhängig, faktenbasiert und ohne Meinungslenkung informieren, unterschiedliche Perspektiven kennenlernen und so ihren eigenen, fundierten Standpunkt entwickeln.

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Schon im ersten Teil des Workshoptages wird deutlich, wie viel Wissen bereits vorhanden ist, aber auch, wie groß zugleich die Lücken sind. Ja, gelogen wurde schon immer, darin sind sich die Jugendlichen einig. Aber wie gezielt Desinformation heutzutage eingesetzt wird, wie stark sie Stimmungen dreht und Meinungen lenkt, überrascht viele. Als sie von ihren Erfahrungen mit erfundenen Stories und gefälschten Clips erzählen – die meisten sind schon mal auf manipulierten Content reingefallen –, fällt das Urteil der SchülerInnen einhellig aus: „Wir wollen keine Fakes!“

Debattenkultur und demokratische Prozesse

Das Foto von Luisa Neubauer ist eines von vielen Beispielen, die zeigen, wie wichtig ein kritischer Blick ist. In Wirklichkeit trug die Klimaaktivistin beim Presseball ein Statement zum Klimawandel zur Schau („Hot – Hotter – Dead“). Die eingangs erwähnte Fake-Variante fand auf den Social-Media-Plattformen jedoch rasend schnell Verbreitung.

Mit MEGAfoNs Verifizierungs- und Faktencheck-App, die den SchülerInnen durch die Gewobag-Kooperation zur Verfügung steht, lassen sich derartige Bilder und Nachrichten überprüfen. Die Jugendlichen entdecken den ursprünglichen Post, lernen, worauf bei Accounts, Zeitstempeln und Quellen zu achten ist. Weitere Beispiele schulen ihren Blick für Details, etwa KI-generierte Bilder von Donald Trump. In einem Quiz testen sie anschließend, ob sie Fakes von echten Bildern unterscheiden können. Einige erreichen die Maximalpunktzahl.

Aufnahme von hinten: Mehrere SchülerInnen sitzen in einer Schulklasse an ihren Tischen und schauen nach vorn. Dort hält ein Workshopleiter einen präsentationsgestützten Vortrag. Foto: City-Press GmbH
MEGAfoN-Herausgeber Werner Fredebold (l.) bei einer Auftaktveranstaltung in der Martin-Buber-Oberschule im Jahr 2025. Foto: City-Press GmbH

Der MEGAfoN-Workshop dreht sich jedoch nicht nur um die Frage „echt oder gefälscht?“, auch Debattenkultur spielt eine Rolle. In Kleingruppen verhandeln die SchülerInnen dabei, wie man miteinander spricht. Das Thema: „Social-Media-Verbot bis 16 – was spricht dafür, was dagegen?“ Neun Gruppen sammeln Pro- und Contra-Argumente, schicken Stichworte per App an die digitale Pinnwand, diskutieren, ordnen, verwerfen. Bemerkenswert: Viele Jugendliche sprechen sich selbst gegen grenzenlose Handynutzung aus. Zu viel Ablenkung, zu viel Unsinn, zu viel sozialer Druck im Netz.

Am Ende steht nicht die eine „richtige“ Lösung, sondern eine Erkenntnis: Demokratie lebt davon, dass unterschiedliche Positionen nebeneinanderstehen dürfen. Und dass man trotzdem miteinander im Gespräch bleiben sollte. „Wir haben uns zusammengesetzt, die Argumente der anderen angehört und aufgeschrieben“, fasst eine Schülerin zusammen. „Alle durften ihre Meinung äußern. Wir haben alle ausreden lassen und andere Meinungen akzeptiert.“ Workshopleiter Werner Fredebold hakt nach, was sie daraus für Talkshows und Politik ableitet. Ihre Antwort kommt schnell: „Die Politiker im Fernsehen schreien sich oft nur an. Das wollen wir hier nicht!“

Gewobag als Kooperationspartnerin

Für die Lehrkräfte ist der Workshop-Tag mehr als ein Projekt. „MEGAfoN liefert mit seinen Tools zur Überprüfung von Nachrichten, Bildern und Videos ganz wichtige Werkzeuge – nicht nur für die Arbeit in der Schule, sondern auch für den Alltag“, sagt der verantwortliche Lehrer. „Das Programm macht sichtbar, wie wichtig die Bildung einer eigenen, unabhängigen Meinung ist.“

Damit derartige Angebote überhaupt möglich sind, braucht es PartnerInnen, die Zugänge ermöglichen. Die Gewobag finanziert an der Martin-Buber-Oberschule die Nutzung des Programms und der App, um dazu beizutragen, dass die SchülerInnen mündige und aufgeklärte Berliner BürgerInnen werden.

Die MEGAfoN-App können die Jugendlichen 365 Tage im Jahr nutzen, rund um die Uhr. Damit verfügen sie über ein zuverlässiges, vertrauenswürdiges Instrument, um Fake News zu überprüfen, Quellen kritisch einzuordnen und Desinformation besser zu durchschauen. Für eine stabile, ausgewogene Meinungsbildung und mehr Medienkompetenz – gegen Hass, Hetze und gezielte Desinformation.

Meinungsbildung statt Meinungsmache

„MEGAfoN steht dafür, sich kritisch mit Informationen und Hintergründen auseinanderzusetzen“, sagt MEGAfoN-Herausgeber Werner Fredebold. „Schülerinnen und Schüler können sich mit unseren Tools selbst in die Lage versetzen, die Lüge von der Wahrheit zu unterscheiden.“

Wie das in der Praxis funktioniert? Nicht zuletzt durch die MEGAfoN-App, über die die SchülerInnen täglich faktenbasierte Nachrichten aus dem Kanal der Deutschen Presse-Agentur dpa erhalten, unkommentiert, neutral, überparteilich und ohne politische Färbung.

Darüber hinaus liefert die MEGAfoN-App Beiträge aus der dpa-Faktencheck-Redaktion und somit regelmäßig Beispiele für Falschmeldungen. Nicht zu vergessen: Durch das dazugehörige MEGAfoN-Bildungsprogramm wird das Thema Medienkompetenz an der Schule Teil des Lehrplans.

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Titelfoto: City-Press GmbH

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