Jugendtreff „Spekte32“: Wo das Leben bunt wird 3. August 2026Lesedauer: 5 Min. Graffiti, Games, Gespräche und vieles mehr: Im Jugendtreff „Spekte32“ wird spürbar, was die Arbeit des Jugendhilfeträgers Outreach so wertvoll macht. Ein Ortsbesuch im Gewobag-Quartier Falkenhagener Feld West. Pippi Langstrumpf streckt ihre Zunge nach Rapunzels Haaren aus und Ninja Turtle Rafael steht grinsend neben Spider-Man. In bunten Farben tummeln sich an der Seitenwand der Häuser 32 und 34 im Spektefeld die unterschiedlichsten Charaktere aus Comics, Serien, Filmen und Videospielen – darunter auch Kratos aus der Videospielreihe God of War, Prinzessin Jasmin aus Aladdin, Bart Simpson und Ernie aus der Sesamstraße, der Ichigo Kurosaki aus der Manga-Serie Bleach seine Hand auf die Schulter legt. Jetzt Newsletter abonnieren und nichts mehr verpassen! E-Mail Ich stimme zu, dass die Gewobag mir per E-Mail den Newsletter zusendet und dabei die auf mich bezogenen Nutzungsstatistiken auswertet. 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Abonnieren So vielseitig wie die ausgewählten SuperheldInnen sind auch die Jugendlichen, die das Pop-Culture-Mural im Spandauer Gewobag-Quartier Falkenhagener Feld West gemeinsam mit dem Jugendhilfeträger Outreach entworfen und umgesetzt haben. „Menschen aus unterschiedlichen Hintergründen kommen hier zusammen, lernen voneinander, miteinander und wachsen gemeinsam“, sagt die 21 Jahre alte Bahar*, die direkt im Quartier wohnt und Outreach vor neun Jahren durch einen Mädchentag kennengelernt hat. „Ich komme hierher, weil es immer wieder kreative Ideen, spannende Workshops und neue Projekte gibt, an denen wir teilnehmen können“, sagt sie. „Gleichzeitig weiß ich, dass es hier immer offene Ohren gibt, wenn ich reden möchte oder Unterstützung brauche.“ Vielfältige Angebote Etwa 300 Jugendliche nehmen pro Jahr an den Projekten von Outreach teil oder besuchen den Jugendtreff „Spekte32“ im Spandauer Spektefeld 32. Der Mädchentag findet immer noch an jedem Mittwoch statt, außerdem gibt es ein Basketball-Angebot, Hausaufgabenhilfe, eine Gesangs-AG und diverse Aktionen und Ausflüge. „All unsere Projekte sind eine Kombination aus aufsuchenden und stationären Angeboten“, sagt Dorothee Avșar, Leiterin der Outreach-Teams in Spandau und Reinickendorf. „Wir wollen den Jugendlichen dort begegnen, wo sie sich ohnehin gern aufhalten und sie darin bestärken, ihren Lebensraum selbst mitzugestalten.“ Beliebte Anlaufstelle: der Kickertisch. Foto: Ralph Maak Eine Idee der Jugendlichen: das Schuhregal. Foto: Ralph Maak Dorothee Avșar, Leiterin der Outreach-Teams in Spandau und Reinickendorf. Foto: Ralph Maak Die Atmosphäre in der „Spekte32“ ist herzlich und positiv. Foto: Ralph Maak Viele Jugendliche schätzen die Einrichtung als Rückzugsort. Foto: Ralph Maak Die „Spekte32“ ist ein schönes Beispiel dafür, wie gut das funktioniert. Die Einrichtung liegt genau zwischen den Wohnhäusern der Gewobag und der Martin-Buber-Oberschule. Links daneben befinden sich ein Supermarkt und ein Café, rechts ein Späti und ein Grillhaus. Wer die Tür zum Jugendtreff öffnet, steht direkt vor einem großen weißen Regal mit quadratischen Fächern. In jedem Fach stehen Hausschuhe, fein säuberlich sortiert und mit Größen gekennzeichnet. „Es war die Idee der Jugendlichen, die Schuhe vorne auszuziehen, damit es sich mehr nach einem Wohnzimmer anfühlt“, sagt Dorothee Avșar. Der Raum hat tatsächlich einen gemütlichen Wohnzimmercharakter, mit zwei Sofaecken, einem Regal voller Brettspiele und einem Fernseher mit Konsole und Spielen wie FIFA, SingStar oder Just Dance. Tischtennisplatte, Billard- und Kickertisch laden dazu ein, aktiv zu werden. „Manche Jugendliche kommen erst nur zum Zocken her, man spielt Karten, und in einem Nebensatz erzählen sie dann, was sie bedrückt“, sagt Dorothee Avșar. Manche Gespräche beginnen auch in der Küche, in der häufig gemeinsam gekocht wird. Rückzugsort mit Ratgeber-Qualitäten „Ich finde es wichtig, dass es Anlaufstellen wie diese gibt, weil es ein geschützter Raum ist. Man bekommt Hilfe bei Anliegen und Beratung in Schule und Privatleben“, sagt die 17 Jahre alte Lana*. Auch sie kam zum ersten Mal über den Mädchentag mit Outreach in Berührung. Der Bedarf nach Raum für die Jugendlichen im Quartier ist Dorothee Avșar in der Corona-Zeit noch klarer geworden: „Die Lebensrealität von vielen Familien ist, dass es begrenzten Wohnraum gibt. In der Zeit, in der wir oft Videocalls gemacht haben und ich virtuell in ihren Zimmern saß, ist mir aufgefallen, wie häufig die Tür aufgeht, kleinere Geschwister reinkommen oder rausgehen. Da habe ich nochmal realisiert, was das hier für ein Rückzugsort sein kann“, sagt sie. Bahar sieht es ähnlich, hebt aber noch weitere Qualitäten hervor. „Outreach ist ein sicherer Raum, in dem man sich ernst genommen fühlt“, sagt sie. „Man fühlt sich verstanden und akzeptiert, so wie man ist.“ Daneben seien auch die gemeinsamen Ausflüge etwas Besonderes. „Sie stärken das Gemeinschaftsgefühl und zeigen, dass es neben schwierigen Zeiten auch viele schöne Momente gibt, die man miteinander teilen kann.“ Starke Bindung durch gemeinsame Erlebnisse Im Jugendtreff hängen viele Fotos von gemeinsamen Aktivitäten: Monopoly, Billard oder Fußball spielen, grillen, musizieren sowie ein Ausflug in den Heidepark Soltau. „Die Jugendlichen, mit denen wir arbeiten, haben nicht den Hintergrund, dass sie in den Heidepark fahren würden. Manche waren auch noch nie im Urlaub. Sie erinnern sich auch noch Jahre später an so einen Ausflug“, sagt Dorothee Avșar. Sie selbst arbeitet seit 2016 für Outreach. „Ich kam frisch aus dem Studium und habe mich direkt in die Arbeit verliebt. Für mich als Sozialarbeiterin ist es immer schön, die Jugendlichen aufwachsen zu sehen und auch Menschen wiederzutreffen, die man über Jahre begleitet hat“, sagt sie. Mehr Farbe, bitte! Graffiti-Aktionen machen nicht nur Spaß, sondern stärken auch die Identifikation mit dem Quartier. Foto: Ralph Maak Der Jugendtreff „Spekte32“ im Gewobag-Quartier Falkenhagener Feld West. Foto: Ralph Maak Ein Ort, an dem man ins Gespräch kommt: der Tresen. Foto: Ralph Maak Auch das Musikmachen zählt zu den Outreach-Angeboten. Foto: Ralph Maak Einen Runde Billard ist in der „Spekte32“ ebenfalls möglich. Foto: Ralph Maak Beim Einkaufen im Quartier trifft sie häufig Jugendliche, die mit Outreach in Kontakt stehen. Die Kernzielgruppe sind die 14- bis 21-Jährigen, aber auch Ehemalige schauen gern wieder vorbei. Kürzlich umarmte eine Mutter sie im Supermarkt, weil ihre Söhne an einer Reise teilnehmen konnten, die Outreach organisiert hatte. „Wir leben hier in einer sehr herzlichen Community. Die Leute schauen viel aufeinander und es gibt eine große Solidarität untereinander“, sagt Deniz Astan. Er ist seit zehn Jahren im Outreach-Team, wohnt selbst im Falkenhagener Feld West und ist Mitglied im Quartiersrat. „Es gibt viele positive Synergieeffekte mit anderen Trägern, auch durch die soziale Quartiersentwicklung der Gewobag. Die nehmen die Bedarfe ernst und tragen sie in die Gremien“, sagt er. Die Gewobag spendet 10.000 Euro Ende 2025 erhielten die Outreach-Teams im Falkenhagener Feld von der Gewobag eine Spende in Höhe von 10.000 Euro. Die meisten Jugendlichen, die Outreach im Falkenhagener Feld besuchen, leben in Häusern der landeseigenen Wohnungsgesellschaft. „Spenden helfen sehr, denn alles wird teuer und die Finanzierungen nicht größer“, sagt Dorothee Avșar. Bei der Gewobag wird Outreach in vielen Beständen als verlässlicher Partner geschätzt – mit wertvollen Einrichtungen, in denen wichtige Beziehungsarbeit geleistet und Vertrauen geschaffen wird. Die Erfahrung zeigt: Junge Menschen finden dort nicht nur Orientierung, sondern auch Perspektiven. Gemeinsam mit den Jugendlichen entscheidet das Outreach-Team über die Verwendung der Gelder. Ein Teil soll in das Tonstudio fließen, das im Keller der „Spekte32“ entsteht, ein Teil in die Aufwertung der Einrichtung im Jugendtreff Kandeler Weg. Und wer weiß: Vielleicht bleibt ja am Ende noch etwas übrig für einen kleinen Ausflug. *Die Namen der Jugendlichen wurden von der Redaktion geändert. Titelfoto: Ralph Maak
Ein Graffiti, viele Effekte: Kids bringen Farbe ins Quartier Aus Grau wird Wow! In Spandau haben Kinder und Jugendliche einen Hausdurchgang in ein identitätsstiftendes Kunstwerk verwandelt. Über eine bemerkenswerte Aktion mit vielfältiger Wirkung.
Start von Stadtraum!Plus im Falkenhagener Feld: Ein Programm mit Punch Boxen, Tanzen, ein neues Wandbild und vieles mehr: Mit einem Quartiersfest ist im Falkenhagener Feld der Startschuss für Stadtraum!Plus gefallen. Das Programm der Stiftung Berliner Leben stärkt die soziale Quartiersentwicklung auf vielfältige Art und Weise. Der Auftakt zeigt: Das Angebot begeistert!