Laternenumzüge in Berlin 2026: Mit selbst gebastelter Laterne durch das Quartier 13. Oktober 2026Lesedauer: 4 Min. Artikel anhören Player schließen Laternen selbst zu basteln, schont Ressourcen, spart Geld und macht den Laternenumzug umso magischer, denn wer schneidet, klebt und gestaltet, trägt stolz ein echtes Unikat durchs Dunkel. Mit welcher Blitz-Bastelidee dieses Erlebnis gelingt? Hier kommen zwei DIY-Ideen plus weiteres Know-how. Das Deckenlicht geht aus, das LED-Teelicht an. Hinter den kleinen Fenstern der Laterne leuchtet es gelb, rot und grün, neben der aufgemalten Haustür klebt ein Klingelschild mit dem eigenen Namen. Vor einer Stunde stand auf dem Küchentisch noch eine ausgespülte Milchtüte. Jetzt hält ein Kind ein kleines Berliner Mietshaus in die Höhe und gibt es bis zum Laternenumzug nicht mehr aus der Hand. E-Mail Ich stimme zu, dass die Gewobag mir per E-Mail den Newsletter zusendet und dabei die auf mich bezogenen Nutzungsstatistiken auswertet. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Meine Einwilligung kann ich jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Der Martinstag am 11. November fällt 2026 auf einen Mittwoch, die meisten Laternenumzüge in Berlin finden an den Tagen und Wochenenden rund um das Datum statt. Für eine selbstgebastelte Laterne reicht ein Nachmittag, sie kostet kaum etwas und das wichtigste Material steht in fast jeder Küche im Kühlschrank. Die Laterne aus der Milchtüte Ein leerer Tetrapak ist die ideale Grundlage für eine Last-Minute-Laterne. Er ist stabil und leicht und fix zu einer Laterne umgebastelt. Mit ein paar Schnitten wird daraus ein kleines Berliner Mietshaus mit erleuchteten Fenstern, Balkonen und Klingelschild. Schon zieht nicht nur eine Laterne durch den Kiez, sondern gleich ein ganzes Haus. Bastelanleitung (ca. 20 Minuten) Material: eine leere Milch- oder Safttüte (ein Liter) Schere oder Cutter Butterbrot- oder Transparentpapier, gern auch bunte Reste Klebestift und Klebeband Filzstifte Packpapier oder eine alte Papiertüte (optional) etwa 30 Zentimeter Draht, zum Beispiel Blumendraht LED-Teelicht oder LED-Laternenstab So geht’s: Die Tüte gründlich ausspülen, trocknen lassen und den oberen Giebel abschneiden. Die Laterne bleibt oben offen. Wer den Aufdruck verstecken möchte, umklebt den Karton mit Packpapier. Auf allen vier Seiten Fenster aufmalen, etwa vier Stockwerke mit je zwei Fenstern. Die Fenster schneidet am besten ein Erwachsener mit dem Cutter aus. Butterbrotpapier von innen hinter die Fenster kleben. Einzelne Fenster mit bunten Papierresten hinterlegen, so wirkt es wie ein Haus am Abend, in dem hinter jedem Fenster ein anderes Licht brennt. Unten eine Haustür aufmalen, daneben ein Klingelschild mit Namen. Balkone und Blumenkästen entstehen aus schmalen Papierstreifen. Oben an zwei gegenüberliegenden Seiten je ein Loch stechen, den Draht als Bügel durchziehen und die Enden verzwirbeln. Das LED-Teelicht mit Klebeband am Boden fixieren oder das Lämpchen des Laternenstabs von oben hineinhängen lassen. Das einzige Teil, das nicht in jeder Küche liegt, ist der LED-Laternenstab. Er ist ab Oktober in Drogerien, Supermärkten und Spielwarenläden erhältlich. Ein Satz Ersatzbatterien in der Jackentasche verhindert, dass das Licht mitten im Umzug ausgeht. Kerze oder LED? Echte Kerzen sind grundsätzlich erlaubt, sofern die VeranstalterInnen des ausgewählten Umzugs sie nicht untersagen. Sie sollten mittig stehen und gut befestigt sein, Teelichter lassen sich mit Kleber oder Klebeband am Laternenboden fixieren. Die Laterne muss oben offen sein, damit die Hitze entweichen kann. Für kleine Kinder, bei Wind und für alle Papiertüten- und Tetrapak-Laternen ist LED-Licht die sichere Wahl. Warme Kleidung, Reflektoren an der Jacke und eine Thermoskanne mit Kinderpunsch machen den Abend komplett. Wenn selbst 20 Minuten zu lang sind Plan B braucht ungefähr eine Minute: Eine Butterbrottüte umdrehen, mit dickem Filzstift ein Gespenstergesicht aufmalen und vorsichtig ein kleines Loch in den Tütenboden stechen, durch das die LED-Leuchte gefädelt wird. Weil die Tüte kaum etwas wiegt, flattert der kleine Geist beim Laufen durch die Dunkelheit. Mit etwas mehr Vorlauf funktioniert auch ein altes Marmeladenglas. Mit Kleister und Seidenpapier beklebt und über Nacht getrocknet, wird daraus eine Laterne, die nach dem Umzug noch als Windlicht auf der Fensterbank bleiben kann. Ein geteilter Mantel und verräterische Gänse Während des Laternenumzugs kommt oft die Frage auf, wer dieser Sankt Martin eigentlich war. Martin von Tours lebte im vierten Jahrhundert und diente als römischer Soldat. Der Legende nach teilte er vor den Toren von Amiens seinen Mantel mit einem frierenden Bettler. Später wurde er Bischof von Tours, am 11. November des Jahres 397 wurde er dort beigesetzt. Die Martinsgans hat ihren eigenen Auftritt in der Geschichte. Martin soll sich in einem Gänsestall versteckt haben, weil er nicht Bischof werden wollte. Die Gänse hielten allerdings wenig von seinem Versteckspiel: Ihr Schnattern soll ihn verraten haben. Daneben gibt es eine weniger märchenhafte Erklärung. Der Martinstag war früher ein wichtiger Termin für Abgaben. Und die wurden unter anderem mit lebendigem Geflügel beglichen. Bis heute steht beim Martinsfest vor allem eine Idee im Mittelpunkt, die ohne große Erklärung auskommt: teilen und aufeinander achten. Wenn der Kiez mit Laternen loszieht Gegen halb sechs setzen sich vielerorts die ersten Züge in Bewegung. In Berlin organisieren vor allem Kitas, Schulen, Kirchengemeinden und Nachbarschaftshäuser die Laternenumzüge rund um Sankt Martin. Manchmal begleitet die Freiwillige Feuerwehr den Zug, manchmal läuft ein Spielmannszug mit und gelegentlich reitet Sankt Martin mit rotem Mantel vorneweg. Das Martinsfest spielt sich dabei genau dort ab, wo der Berliner Alltag sonst eher unspektakulär aussieht: auf Gehwegen und Plätzen, zwischen Hauseingängen und parkenden Autos. Plötzlich laufen Kinder aus verschiedenen Häusern gemeinsam durch die Straßen, Eltern kommen ins Gespräch und von manchen Balkonen wird den Lichtern hinterhergewinkt. Laternenumzüge in Berlin 2026 Die Liste zeigt eine Auswahl an Umzügen direkt am Sankt-Martins-Tag. Oft finden auch schon Umzüge vor oder nach dem 11. November statt. Viele Termine werden erst kurz vorher bekanntgegeben. Aushänge in der Nachbarschaft oder Infos auf Webseiten der Kirchengemeinden und die Veranstaltungskalender der Bezirke lohnen einen Blick. Das Spiel vom Heiligen Martin mit Laternenumzug 11. November 2026, 17 Uhr Berliner Dom, Am Lustgarten, 10178 Berlin-Mitte Musikalisches Martinsspiel mit dem Staats- und Domchor. Anschließend Laternenumzug. St.-Martins-Andacht mit Theaterspiel und Laternenumzug 11. November 2026, 17.30 Uhr St. Matthias, Goltzstraße 29 am Winterfeldtplatz, 10781 Berlin-Schöneberg Andacht und Theaterspiel zur Geschichte des heiligen Martin. Danach Laternenumzug und Martinsfeuer. Martinsumzug mit Laternen und Pony 11. November 2026, 17 Uhr Start: Trinitatiskirche, Karl-August-Platz, 10625 Berlin-Charlottenburg Ziel: Spielhaus Schillerstraße Andacht mit Laternenumzug zu St. Martin in Neu-Tegel 11. November 2026, 17 Uhr Evangelische Hoffnungskirche, Tile-Brügge-Weg 49-53, 13509 Berlin-Tegel Martinsfest mit Andacht und Laternenumzug, danach Grillwürstchen und Punsch am Martinsfeuer Der Heimweg Gegen sieben ist der letzte Ton verklungen, die Punschbecher sind leer. Auf dem Heimweg hat das Mietshaus aus der Milchtüte einen leichten Knick, ein Fenster ist eingerissen. Am Ende des Abends ist das egal. Zuhause bekommt die Laterne einen Platz am Fenster, und von draußen sieht es aus, als wohne in der Wohnung noch ein kleines Haus voller Licht. Titelfoto: istock
Kerze oder LED? Echte Kerzen sind grundsätzlich erlaubt, sofern die VeranstalterInnen des ausgewählten Umzugs sie nicht untersagen. Sie sollten mittig stehen und gut befestigt sein, Teelichter lassen sich mit Kleber oder Klebeband am Laternenboden fixieren. Die Laterne muss oben offen sein, damit die Hitze entweichen kann. Für kleine Kinder, bei Wind und für alle Papiertüten- und Tetrapak-Laternen ist LED-Licht die sichere Wahl. Warme Kleidung, Reflektoren an der Jacke und eine Thermoskanne mit Kinderpunsch machen den Abend komplett.
Ein geteilter Mantel und verräterische Gänse Während des Laternenumzugs kommt oft die Frage auf, wer dieser Sankt Martin eigentlich war. Martin von Tours lebte im vierten Jahrhundert und diente als römischer Soldat. Der Legende nach teilte er vor den Toren von Amiens seinen Mantel mit einem frierenden Bettler. Später wurde er Bischof von Tours, am 11. November des Jahres 397 wurde er dort beigesetzt. Die Martinsgans hat ihren eigenen Auftritt in der Geschichte. Martin soll sich in einem Gänsestall versteckt haben, weil er nicht Bischof werden wollte. Die Gänse hielten allerdings wenig von seinem Versteckspiel: Ihr Schnattern soll ihn verraten haben. Daneben gibt es eine weniger märchenhafte Erklärung. Der Martinstag war früher ein wichtiger Termin für Abgaben. Und die wurden unter anderem mit lebendigem Geflügel beglichen. Bis heute steht beim Martinsfest vor allem eine Idee im Mittelpunkt, die ohne große Erklärung auskommt: teilen und aufeinander achten.
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