Großaufnahme: Zwei Hände montieren ein Laufrad in einer Gabel eines Fahrrads. Foto: Felix Seyfert

Fahrrad-Check zum Saisonstart: So wird das Rad wieder fit

Mit den Temperaturen steigt auch die Lust aufs Radfahren, doch vor den ersten Touren des Jahres sollte das Fahrrad sorgsam gecheckt werden. Worauf es dabei ankommt, erklärt Zweirad-Profi Thomas Böttcher von der „Radwelt Berlin“. Für Gewobag-MieterInnen hat er ein besonderes Angebot.

Thomas Böttcher beugt sich über das City-Bike einer Kundin. In der Werkstatt der „Radwelt Berlin Pankow“ zeigt sich schnell: Hier gibt’s einiges zu tun – sei es an der verrosteten Kette, den abgefahrenen Bremsbelägen oder den schwergängigen Zügen, also den Drahtseilen für Bremse und Schaltung.

Schritt für Schritt notiert der Zweirad-Profi Mängel und Ersatzteile. „Das sehen wir jedes Frühjahr“, sagt er und grinst, „aber genau dafür sind wir ja da. Wir sorgen dafür, dass es wieder richtig gut fährt.“ Böttcher liebt seinen Beruf. Und kommt ein besonders kniffliger Fall in die Werkstatt, wird’s für ihn und sein Team erst richtig interessant. „Radwelt Berlin“ ist Gewerbemieter der Gewobag. Die Filiale gehört zu einem Verbund mit weiteren Standorten in Köpenick und Friedrichshain.

Der Fahrrad-Check: Was wirklich zählt

Wer sein Fahrrad nach längerer Pause wieder regelmäßig nutzt, sollte nicht einfach losfahren. Typische Schwachstellen sind Ketten, die Flugrost angesetzt haben, Brems- und Schaltzüge, die schwergängig geworden sind. Besonders unterschätzt werden Reifen, die monatelang platt standen und dadurch spröde und rissig geworden sind. Ein Tipp vom Meister: „Alle acht Wochen Luft nachpumpen. Das kostet nichts und verlängert die Lebensdauer der Reifen.“

Mit sauberem Rad in die Werkstatt

Vor dem ersten Werkstattbesuch gilt es, dass Fahrrad grob zu reinigen. „Eine alte Bürste und Wasser haben alle zu Hause. Wenn das Ding bei uns als ein einziger Dreckbatzen landet, können wir nicht vernünftig arbeiten“, erklärt Böttcher. Schneller als per Hand geht die Reinigung mit dem Gartenschlauch oder dem Kärcher an der Tankstelle. Aber Vorsicht: Nur ein Mindestabstand von 30 Zentimetern garantiert, dass kein Wasser in die Lager kommt.

Kostenlose Sichtprüfung und Standard-Check

Die Radwelt bietet zunächst eine kostenlose Sichtprüfung an. Dabei wird geschaut, was sicherheitsrelevant ist und welche Arbeiten sinnvoll wären. Repariert wird erst nach Rücksprache.

Angebot für Gewobag-MieterInnen

Als exklusive Aktion der „Radwelt Berlin“ erhalten Gewobag-MieterInnen in der Pankower Filiale den Frühjahrs-Check für 49 statt 69 Euro.

Das Angebot gilt bis zum 30. Mai und ausschließlich in der Ossietzkystraße 5. Voraussetzung ist die Vorlage eines gültigen Mietvertrags mit der Gewobag.*

*Das Wohnungsunternehmen selbst ist an der Rabattaktion nicht beteiligt, es handelt sich um ein Angebot der „Radwelt Berlin Pankow“.

Zum Standard-Check gehört: Bremsen einstellen, Schaltung justieren, Schrauben nachziehen, Kette prüfen, Reifenzustand begutachten und Züge testen. Was sicherheitsrelevant ist, übernimmt die Werkstatt. Luft aufpumpen und die Kette sparsam ölen – das kann man selbst erledigen. Wichtig ist dabei, nicht zu viel Öl zu verwenden. Zu viel Fett zieht Schmutz an und erhöht den Verschleiß. Oft genügen wenige Tropfen.

Sicherheit im Blick behalten

Bremsen sind Verschleißteile. Bei Felgenbremsen gilt eine einfache Faustregel: Sind die Rillen in den Bremsklötzen kaum noch sichtbar, sollten sie ausgetauscht werden. Auch quietschende oder stark verzögerte Bremswirkung sind Warnzeichen.

Nicht vergessen werden sollte die Beleuchtung. Funktionieren Vorder- und Rücklicht zuverlässig? Sind die Reflektoren sauber? Eine intakte Klingel gehört ebenfalls zur Grundausstattung und erhöht die Sicherheit im Alltag.

Fahrrad-Checkliste für den Frühling

Bremsen und sicherheitsrelevante Bauteile: Alles, was die Bremsleistung unmittelbar beeinflusst, sollte fachgerecht geprüft und eingestellt werden. Dazu gehören Bremsbeläge, Bremszüge und die korrekte Justierung.

Züge und Kabel: Brems- und Schaltzüge auf Gängigkeit und Korrosion prüfen lassen, besonders nach längeren Standzeiten oder feuchter Witterung.

Felgen: Bei Felgenbremsen nutzt sich das Material mit der Zeit ab. Wer deutliche Abnutzung oder Unebenheiten feststellt, sollte die Felge prüfen lassen.

E-Bike: Software-Updates regelmäßig einspielen und den Motorbereich fachgerecht kontrollieren lassen. Gerade im Antriebsbereich sammelt sich Schmutz, der Bauteile belastet.

Reifen: Alle acht Wochen Luft nachpumpen. So wird verhindert, dass Reifen platt stehen und spröde werden. Zusätzlich auf Risse und ausreichendes Profil achten.

Kette: Wenige Tropfen Kettenöl genügen. Zu viel Fett zieht Schmutz an und erhöht den Verschleiß. Flugrost oder metallisches Quietschen zeigen, dass Pflege nötig ist.

Bremsen prüfen: Bei Felgenbremsen gilt eine einfache Faustregel: Sind die Rillen in den Bremsklötzen kaum noch sichtbar, sollten sie ersetzt werden. Auch verlängerte Bremswege oder ungewohnt laute Geräusche sind Warnzeichen.

Reinigung: Vor intensiver Nutzung oder einem Werkstatttermin hilft eine grobe Reinigung mit Bürste und Wasser. Bei Hochdruckreinigern ausreichend Abstand halten, damit kein Wasser in Lager oder Dichtungen gelangt.

Licht und Klingel: Vorder- und Rücklicht auf Funktion prüfen. Reflektoren sauber halten und festen Sitz kontrollieren. Eine gut hörbare Klingel gehört zur Grundausstattung und erhöht die Sicherheit im Straßenverkehr.

Schaltung: Kleinere Justierungen lassen sich mit Anleitung selbst vornehmen. Bei größeren Problemen empfiehlt sich die Fachwerkstatt.

Trends und das richtige Rad

Ein Trend der letzten Jahre sind Gravelbikes. Sie haben einen stärker gebogenen Lenker, der nicht für jede Person angenehm ist. Deshalb empfiehlt das Team, ein solches Rad vor dem Kauf ausgiebig zu testen.

Und was fahren die Profis selbst? Böttcher lacht: „Ich fahre E-Bike. Das ist einfacher mit meinen kaputten Knien und einem relativ weiten Arbeitsweg. Für mich ist das kein Luxus, sondern purer Pragmatismus.“

Darüber, dass Berlin als Fahrradstadt noch Luft nach oben hat, sind sich im Team alle einig. Und auch darüber, dass jedes Jahr mehr Fahrräder auf den Straßen der Bundeshauptstadt unterwegs sind. Bötcher wirbt deshalb für mehr Respekt untereinander und für Sicherheit am eigenen Rad. Zwei Aspekte, die alle VerkehrsteilnehmerInnen selbst in der Hand haben.

„Radwelt Berlin“ Pankow

Ossietzkystraße 5
13187 Berlin
Telefon: +49 (030) 4809 5653
Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. 10-19 Uhr; Sa., 10-16 Uhr.
Homepage

Titelfoto: Felix Seyfert

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