Für jeden Film der richtige Ort: 10 außergewöhnliche Kinos in Berlin 4. März 2026Lesedauer: 6 Min. Die Berlinale ist vorüber, aber eine Kino-Hochburg bleibt Berlin auch jenseits des Filmfestivals. Die Lichtspielhäuser begeistern dabei nicht nur durch ihre Vielfalt, sondern auch mit markanten Besonderheiten. Ein Streifzug durch Berliner Kinos, die selbst filmreif sind. Ob glamouröse Säle oder unabhängige Mini-Kinos – für CineastInnen gibt es in Berlin unheimlich viel zu entdecken. Von traditionsreicher Geschichte über besondere Konzepte bis zu außergewöhnlichen Locations: Hier kommt ein Wegweiser durch die Berliner Kinolandschaft. Kinoexzellenz in Prenzlauer Berg Kino mit Biergarten: Filmtheater am Friedrichshain Das Filmtheater am Friedrichshain – auch FaF genannt – wurde 1925 unter dem Namen „Olympia“ eröffnet. Seine klassizistische Fassade und die eindrucksvolle Freitreppe machen es heute zu einem denkmalgeschützten optischen Highlight. Das war aber nicht immer so. Nach dem Mauerfall befand sich das Kino in einem schlechten baulichen Zustand und war 1994 sogar vom Abriss bedroht, bis es schließlich umfassend renoviert und umgebaut wurde. Heute umfasst es fünf originell gestaltete Säle, einer von ihnen ist beispielsweise mit Gold und Glassteinen verkleidet. Das FaF beeindruckt BesucherInnen von innen und außen. Foto: Daniel Horn Gezeigt werden amerikanische Independent-Filme, europäische Produktionen sowie Kinder- und Jugendfilme. Beliebt ist außerdem die montags stattfindende „Sneak Preview“, bei der demnächst anlaufende Filme die ZuschauerInnen überraschen. Das Highlight des Filmtheaters am Friedrichshain ist der an das Kino angrenzende Biergarten, der im Sommer zu inspirierenden Gesprächen und hitzigen Film-Diskussionen anregt. Das vielleicht kleinste Kino in Berlin: Lichtblick Bis 1997 befand es sich noch in der Wolliner Straße, heute ist es in der Kastanienallee beheimatet: das kleine Kino Lichtblick. Mit einem einzigen Saal, der gerade einmal 32 Sitzplätze umfasst, versprüht es einen außergewöhnlichen und rauen Charme, der durch die Kulisse der ehemaligen Fleischerei, in der sich das im Kollektiv betriebene Kino befindet, noch verstärkt wird. Nicht elegant, dafür mit rauem Charme: das Programmkino Lichtblick. Foto: kinokompendium In dem unabhängigen Programmkino werden vor allem Arthouse-Streifen, Retrospektiven, sowie Dokumentar- und Kurzfilme gezeigt. Zudem gibt es Filmreihen und Specials zu sehen. Abseits des Mainstreams: Die Kinos in Kreuzberg Das älteste Kino Berlins: Moviemento Am Kottbusser Damm in Kreuzberg steht ein Kino, das traditionsreicher kaum sein könnte. Das Moviemento wurde 1907 gegründet und ist damit das älteste noch betriebene Kino in Berlin. Der Gastronom Alfred Topp hat das Lichtspieltheater damals gegründet und es „Topps Kino“ genannt. Angeblich ist dieser Name der Ursprung des Begriffs „Kintopp“, welcher bis heute eine Bezeichnung für die Anfangszeit des Kinos ist. Das Moviemento hat eine sehr lange Tradition. Foto: Sascha Roll/Moviemento Das Moviemento hat zu seinem 100-jährigen Jubiläum eine umfangreiche Renovierung bekommen und verfügt heute drei Säle, in denen auch Besuche von RegisseurInnen und spezielle Filmfestivals stattfinden. Im regulären Programm laufen unter anderem Arthouse Filme, Klassiker und Kinderfilme. Berlins höchstes Programmkino: Sputnik Wer auf Second-Hand-Sofas und aus Backsteinen gemauerten Sitzen Filmkunst erleben will, ist im Sputnik gut aufgehoben. Es befindet sich im fünften Stock der Höfe am Südstern in Kreuzberg zwischen Hasenheide und Körtestraße und wird deshalb auch „Berlins höchstes Kino“ genannt. Dort oben können BesucherInnen nicht nur gute Filme, sondern auch über die Dächer Berlins schauen. Das Sputnik hat Charakter. Besonders seine aus Backsteinen gemauerten Sitze stechen hervor. Foto: Alexander Buchholz Der winzig kleine Kinosaal 2 versprüht mit seinen 20 Sitzplätzen ein einzigartiges Wohnzimmerflair. Zum Sputnik Kino gehört zudem eine Bar, die für verschiedene Veranstaltungen gemietet werden kann. Hier finden auch Lesungen und Konzerte statt. Glamour & Luxus: Die Kinos von Charlottenburg Zeitlose Eleganz in der Astor Film Lounge In Charlottenburg lebt der Luxus – besonders in der Astor Film Lounge am Kurfürstendamm. Zwar zählt diese zu den teuersten Kinos in Berlin, dafür bekommen die ZuschauerInnen aber auch einiges geboten: Der denkmalgeschützte Kinosaal hat Platz für 233 BesucherInnen, die es sich in bequemen Ledersessel mit großzügigem Reihenabstand gutgehen lassen können. In dem luxuriösen Filmtheater gibt es einen roten Teppich, individuellen Service am Platz, ein Begrüßungsgetränk und eine kostenlose Garderobe. Und wer Privatsphäre schätzt, kann im hinteren Ende des Saals einen Platz in der Separee-Reihe buchen. Der pompöse Kinosaal ist nicht nur ein optisches Highlight, sondern auch mit einer 4K-Laserprojektion ausgestattet – für hochkarätigen Kinogenuss auf ganzer Linie. Die Astor Film Lounge strahlt Eleganz und Klasse aus. Foto: Jan Bitter Preisgekröntes Kinoerlebnis: Delphi Lux Ein weniger klassisches Ambiente erwartet BesucherInnen im Delphi Lux, dem jüngsten Mitglied der Yorck-Kinogruppe. Das 2017 eröffnete Kino beheimatet sieben Säle, wovon jeder individuell mit verschiedenen Materialien und Farben gestaltet wurde. Das dafür verantwortliche Architekturbüro hat für seine Arbeit den renommierten Innenarchitekturpreis FRAME Award erhalten. Das Delphi Lux besticht nicht nur durch sein markantes Lichtdesign. Foto: Yorck Kinogruppe/Daniel Horn Auch das Programm des Delphi Lux hat einen ehrenwerten Preis bekommen, nur zwei Jahre nach seiner Eröffnung: 2019 wurde es als Deutschlands bestes Kino beim Kinoprogrammpreis der Bundesregierung ausgezeichnet. Die große Vielfalt, die das Delphi Lux seinen BesucherInnen bietet – von Originalversionen, über Filmgespräche, bis hin zu Festivals – überzeugten die Jury. Individueller Glamour: Zoo Palast Das dritte Kinojuwel in Charlottenburg ist der 1957 eröffnete Zoo Palast. Er hat insgesamt sieben individuell gestaltete Säle, unter anderem den größten, dauerhaft bespielten Kinosaal in ganz Berlin, mit fast 800 Plätzen. Zudem gibt es zwei kleine gemütliche Clubkinos mit eigener Bar, die wie Bibliotheken aussehen und echte Bücher enthalten. Der Zoo Palast hat einen gigantischen Kinosaal, in dem fast 800 Gäste Platz haben. Foto: Imago Images Das prestigeträchtige Filmtheater wurde im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört und musste daraufhin neu aufgebaut werden. Zwischen 1957 und 1999 war es das zentrale Wettbewerbskino der Berlinale und Veranstaltungsstätte von zahlreichen Filmpremieren. Zu Gast waren hier schon Hollywoodstars wie Julia Roberts und Henry Fonda. Traditionsreiches Kino in Berlin-Mitte Einzigartiges Kino mit Stummfilmorgel: Babylon Auch Berlin-Mitte hat besondere Kinos zu bieten, wie zum Beispiel das Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz. Dort wird das Kinogefühl der 1920er-Jahre wieder erweckt – sowohl durch die Gestaltung der Fassade als auch durch die Philips-Orgel, die einzige in Deutschland am originalen Platz erhaltene Stummfilmorgel. Damit wird seit zehn Jahren jeden Samstag um Mitternacht ein Stummfilm musikalisch untermalt – und das bei freiem Eintritt. Das Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz ist gut besucht. Foto: Babylon Berlin Das Babylon ist auf Stummfilme spezialisiert, zeigt aber auch viele Filme anderer Genres. Screenings mit Anwesenheit der RegisseurInnen und Festivals finden hier ebenfalls statt – beispielsweise das achtung berlin Filmfestival, bei dem jedes Jahr Filme und Serien mit Bezug zur Region Berlin/Brandenburg gezeigt werden. „Ikone der Moderne“: Kino International Über das Kino International gibt es eine Menge zu erzählen – so viel, dass der Platz an dieser Stelle nicht reicht, um seine ganze Geschichte und Bedeutung aufzuarbeiten. Aber so viel sei gesagt: Es ist eins der bedeutendsten Uraufführungskinos in Berlin und diente in der DDR als Premierenkino. Sein pompöser Saal, die Panorama Bar mit Aussicht auf die Karl-Marx-Allee und das elegante Interieur im Foyer machen das Kino International zu einer architektonischen Besonderheit. Das Kino wird aufgrund seiner Bauweise als „Ikone der Moderne“ bezeichnet. Nach einer Generalsanierung glänzt das legendäre Lichtspielhaus seit Februar 2026 mit neuen technischen Features. Das Kino International erstrahlt nach einer Generalsanierung in neuem Glanz. Foto: Yorck Kinogruppe/Daniel Horn Das Programm des Kino International stach schon immer aus der Masse hervor. Zu DDR-Zeiten wurden beispielweise nicht nur DDR-Produktionen gezeigt, es fanden auch Premieren von ausgewählten Westfilmen wie Dirty Dancing statt. Zudem veranstaltet das Kino International mit „Mongay“ die älteste queere Filmreihe in Deutschland: Jeden Montag um 22 Uhr wird ein aktueller queerer Film gezeigt. Amerikanisches Kinogefühl in Schöneberg Originalversionen im stilvollen Odeon Kino Das Odeon Kino in Berlin ist sowohl optisch als auch programmatisch etwas Besonderes. Seit 1985 werden hier ausschließlich Originalfassungen gezeigt – was in den 1980er-Jahren eine echte Seltenheit war. Noch heute laufen nur Originalversionen mit Untertiteln, darunter viele Independent-Filme. Die grüne Neonschrift am Odeon-Kino ist ikonisch. Foto: Imago Images Seine nostalgische Fassade mit grüner Neonschrift und Anzeigetafel erzeugen ebenso ein amerikanisches Flair wie die Snacks, die im Odeon serviert werden: salziges Popcorn und Brownies. Auch die „celebrity wall“, auf der jeden Monat prominente Geburtstagskinder abgebildet werden, trägt zu dieser Atmosphäre bei. Ausgezeichnetes Kino in Spandau Kino im Kulturhaus: Spandaus einziges Programmkino In den Altstadt-Gassen Spandaus befindet sich ein Kino, das von seinen BetreiberInnen Julia und Roman Colm als „ein kleines, aber tapferes Bollwerk gegen mediale Verödung und filmischen Einheitsbrei“ bezeichnet wird. Nicht ohne Grund: Das Kino im Kulturhaus ist Spandaus einziges Programmkino. Als es in den 1980er-Jahren eröffnet wurde, war die Freude groß – denn es gab damals fünf Jahre lang kein Kino in Spandau. Das Kino im Kulturhaus war das erste, das zu dieser Zeit wieder eröffnete. Die blauen Samtsitze laden das Spandauer Publikum zum Kinogenuss ein. Foto: Veranstalter/mikropolis-film Seine Programmauswahl wurde schon vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Kinoprogrammpreis der Bundesregierung, der inoffiziell auch als „Kino-Oscar“ gehandelt wird. Im Kino im Kulturhaus werden keine Blockbuster gezeigt. Stattdessen wird dem kulturinteressierten Spandauer Publikum Filmunterhaltung auf hohem Niveau geboten – und das in jeder Saison. Die Familie Colm betreibt nämlich seit 20 Jahren auch das benachbarte Open-Air Kino. Titelbild: Yorck Kinogruppe/Daniel Horn
Filme unterm Sternenhimmel: Die schönsten Freiluftkinos in Berlin Was ist besser als ein guter Film? Richtig, ein guter Film unter freiem Himmel. Kein Wunder, dass Freiluftkinos in Berlin so beliebt sind. Ob mit urbanem Flair oder an idyllischen Fleckchen am See: Hier kommen die schönsten Orte für unvergessliche Filmabende.
Immer alles im Blick: Unterwegs mit dem Team von Hauswart Service+ Die Erwartungshaltung war groß: Vor einem halben Jahr haben die ersten HauswartInnen der neuen HausWart Plus Servicegesellschaft den Betrieb aufgenommen. Was sich seither verändert hat? Ein Besuch im Pilotquartier Ernst-Thälmann-Park.