Zwei kleine Mädchen und ein kleiner Junge vor einer Wand. Alle halten Schultüten in der Hand und lachen oder lächeln. Foto: AdobeStock

Schultüte befüllen: Was rein sollte – und was besser draußen bleibt

Ende August ist es in Berlin wieder so weit: Tausende ABC-SchützInnen ziehen mit prall gefüllten Zuckertüten zur Einschulung. Doch was gehört wirklich hinein und was macht die Tüte nur schwer, teuer oder klebrig? Hier kommt der Check: von behalten über clever getauscht bis raus.

In den Schaufenstern der Berliner Schreibwarenläden stapeln sich schon seit Juli die bunten Rohlinge. Glitzernde Einhörner, Fußbälle, Raketen – die Schultüten selbst sind meist schnell gewählt (oder einfach selbst gemacht). Kniffliger wird der Inhalt.

Denn zwischen Süßem, Stiften und Spielzeug lauern einige potenzielle Fehlkäufe, die am großen Tag für lange Gesichter oder klebrige Finger sorgen. Wenn Ende August die Sonne auf den Schulhof brennt, zeigt sich schnell, was in die Schultüte gehört und was besser zu Hause geblieben wäre.

Als grobe Orientierung hat sich eine einfache Mischung bewährt: etwa 40 Prozent Praktisches, 30 Prozent Süßes und 30 Prozent Besonderes. Und: Die gefüllte Tüte sollte höchstens ein gutes Kilogramm wiegen, damit die Kleinen sie selbst tragen können. Große oder teure Geschenke landen besser neben statt in der Tüte.

eine Sammlung bunter Süßigkeiten, darunter Bonbons und Lollis und Gummibärchen.
Gehören zum Schultüten-Standard: Süßigkeiten. Aber: Auf die Auswahl kommt es an. Foto: Envato

Süßes: ja, aber nicht alles übersteht heiße Sommertage

1. Gummibärchen & Fruchtgummi – gern eintüten

Der Klassiker! Ihnen verdankt die Zuckertüte ihren Namen. Fruchtgummi, Bonbons und Lollis sind unempfindlich, überstehen auch einen warmen Augusttag und lassen sich sofort naschen. In moderater Menge bleibt genug Platz für andere Überraschungen.

2. Schokolade – besser austauschen

So gern gesehen, so heikel: Schokolade wird je nach Sorte schnell weich und verläuft. Das Werbeversprechen von der zartschmelzenden Schokolade bewahrheitet sich besonders im warmen Sommer.

Cleverer sind hitzefeste Naschereien: dragierte Schokolinsen, Traubenzucker oder ein Lutscher. Wer nicht auf Schokolade verzichten mag, überreicht sie besser separat und kühl, nicht in der aufgeheizten Tüte.

verschiedene Stifte liegen aufgereiht nebeneinander
Buntstifte, Filzstifte, Bleistifte und alles für die Federmappe. Foto: Envato

Stifte und Bastelkram: Kommt auf die Auswahl an

3. Bunte Stifte – gern eintüten

Bunt-, Filz- oder Glitzerstifte machen Lust aufs erste Malen im Klassenzimmer und zu Hause – klein, leicht und sofort einsatzbereit. Ein nachhaltiger Tipp: Stifte mit Holz aus FSC- oder PEFC-zertifizierter Forstwirtschaft schonen nebenbei die Umwelt.

4. Schere, Lineal, Kleber & Co. – gern eintüten

Anspitzer, Radiergummi, Schere, Lineal – nützlich, keine Frage. Die meisten dieser Sachen stehen sowieso auf der Liste der Grundausstattung. Große Augen machen die ErstklässlerInnen daher  eher bei besonderen Einzelstücken: ein Radiergummi in Tierform, ein glitzernder Anspitzer oder ein Stift mit Lieblingsmotiv. Ein schönes Extra in der Pflichtausstattung.

5. Erstes eigenes Buch – gern eintüten

Ein Erstlesebuch, ein Pixi-Heft oder ein Rätsel- und Malbuch ist leicht, langlebig und begleitet weit über den ersten Schultag hinaus. Ideal für den Moment, in dem aus Buchstaben plötzlich Wörter werden.

Verschiedene kleine Spielzeuge: Murmeln, Karten, Zauberwürfel, Figuren, Autos
Kleines Spielzeug in der Schultüte sorgt für große Augen bei den Kindern. Foto: KI-generiert

Spielzeug: klein schlägt groß

6. Großes Marken-Spielzeugset – besser austauschen

Ein XXL-Set Klemmbausteine klingt verlockend, sprengt aber schnell den Rahmen: nicht nur zu teuer, sondern auch zu groß und zu schwer, sodass die Tüte aus der Form gerät.

Mehr Freude machen kleine Formate. Ein Mini-Bauset, ein Flummi, ein Jo-Jo, ein Kreisel oder ein Geduldsspiel.

7. Kreativmaterial: Sticker, Stempel, Straßenkreide – gern eintüten

Sticker, Tattoos, Stempel, Washi-Tape oder Straßenmalkreide werden sofort ausprobiert – genau das kommt an. Straßenkreide bringt den Spaß direkt vor die Haustür und in den Hof, wo im Quartier oft die neuen KlassenkameradInnen wohnen.

Kleines frühliches Mädchen mit Schultüte
Mit Stolz werden bei der Einschulung die großen Schultüten getragen. Foto: iStock

Praktisches: sinnvoll, aber nicht immer in der Tüte

8. Trinkflasche & Brotdose – gern austauschen

Wiederbefüllbare Trinkflaschen und Brotdosen aus Edelstahl sind robust, nachhaltig und für den Schulalltag Gold wert. Für die Tüte sind sie allerdings sperrig und schwer und drücken schnell an die Ein-Kilo-Grenze.

9. Kleines Geschenk mit Wert: Uhr, Freundschaftsarmband – gern eintüten

Eine schlichte Lernuhr, ein Freundschaftsarmband oder ein kleiner Glücksbringer sind schöne Erinnerungsstücke an den Start. Wichtig ist das Augenmaß: Ein teurer Markenartikel nur wegen des Logos? Das muss nicht sein. Der ideelle Wert zählt für ErstklässlerInnen viel mehr als der Preis.

10. Gesunde Snacks: Fruchtriegel, Trockenobst, Nüsse – gern eintüten

Fruchtriegel, Trockenfrüchte oder altersgerechte Nüsse bringen etwas Ausgleich zum Zucker und halten bei Hitze gut durch.

Vorsicht vor Quetschmus: Frisches Obst als Snack findet besser am Feiertisch seinen Platz als ganz unten in der Spitze der Schultüte.

Zwei strahlende Kinder mit einer bunten Schultüte
Schultüten gibt es in vielen Farben und Mustern. Foto: AdobeStock

Vier Dinge, die besser draußen bleiben

  • Schleim und Glibbermasse landen erfahrungsgemäß auf Kleidung, Sofa oder Teppich und sorgen für Frust statt Freude.
  • Konfetti und Glitzer bedeuten vor allem eins: unliebsame Überraschungen, die noch Wochen später in jeder Ritze auftauchen.
  • XXL-Packungen Süßigkeiten machen die Tüte schwer und lassen kaum Platz für andere Überraschungen.
  • Symbolische Geschenke wie ein Haustür- oder Fahrradschlüssel sind für die meisten ErstklässlerInnen noch ohne echten Bezug. Außerdem kommt die Verantwortung für die Schlüssel oft noch zu früh.

Die einfache Faustregel zum Schluss

Alles, was ein Kind mit Begeisterung auspackt, sofort benutzen kann und nicht ohnehin zur Grundausstattung für die Schule gehört, ist in der Schultüte bestens aufgehoben. Der Rest darf ruhig draußen bleiben oder wandert als Extra-Geschenk daneben. So wird der Schulanfang leicht, bunt und für kleine Hände gut zu tragen.

Sicher zur Schule

Zum Schulstart Ende August laufen in Berlin wieder mehrere Aktionen für mehr Verkehrssicherheit. Die Bürgerstiftung Berlin lädt am 26. August zum Aktionstag „Sichtbar mobil zur Schule“ ein. Parallel erinnert die Kampagne „Sicher starten, sicher ankommen“ Autofahrer mit Plakaten und Schülerlotsinnen und Schülerlotsen an besondere Rücksicht auf Erstklässler.

Zusätzlich geben die Unfallkasse Berlin und die Landesverkehrswacht mit der Broschüre „Schule startet! Verkehr wartet!“ praktische Tipps, wie Familien den Schulweg gemeinsam üben können. Denn der sicherste Schulweg beginnt direkt vor der eigenen Haustür.

Titelbild: AdobeStock

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